Kelch

Pes

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Gute Herzen – Zinnfiguren;
Butterbrot die schlechten.
Worte – Gold und Silber, früher.
Heute nur noch schmuck –
bedeutungslose hippe Sticker
für die Brust.
Du klebst sie an,
Sie glänzen helle.
———Fling!———
Du gehst zwei Schritt.
(Sie fallen ab)
Nichts bleibt zurück.

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Kelch

Vater

Tochter bin ich dir, doch bist mir du kein Vater, sondern Fremder.

(Wie kann man sich dir nähern?)

Bin ständig gar in Angst getränkt, tief ist mir dein starrer Blick von oben kalt im Nacken, selbst, wenn du plötzlich nicht mehr mit am Tische sitzest.

(Wie auf dich zugehen oder mit dir reden?)

Deine Meinung (?) – wie ein Speer den man dir durch Leib und Rippen trieb, die Spitze halb im Herzen – etwas, woran man besser nicht zu rütteln beginnt.

Und wie du mir, so sind oft dir Aug und Ohr ein Fremdes.

Des Speeres Schaft insektengleich als Fühler nutzend, bist du so für vieles Zarte blind und taub.

Und dazu leider auch oft stumm.

Und noch viel leidrer ersetzen deine Hände dann meist einfach deinen Mund.

(Schweigen das zum schweigen zwingt.)

Ich weiß: knurren, beißen, kratzen – anders weiß ein Körper ohne Geist mit genügend Angst und Schmerz im Innern sich ja kaum zu helfen; nur bringt das Wissen darum nichts, keine Heilung, keinen Segen, weder den Blumen, die du zertrampelt, noch den Bäumen die du auf deinem Weg bis hier bis heut gefällt und dann verbranntest.

Sieh! – an dir mit deinem leeren Blick, wird jeder Spiegel stumpf,
bist nicht mehr als eine Hülle, aus Fleisch mit Knochen und nur das.

Vater

Mutter

Ich bin doch nur ein kleines dickes Kind,
(ein Blumenmädchen zwischen Stahl und Scherben,)
aber du die Mutter, (flügelloser Falter,) die Meine.
Zwei Hände wurden dir gegeben, wie ich zwei habe,
für ein Kind, dass ich noch zwischen diesen halten werde..
(in meinem Honigtraum. Wenn ich nur daran denke
rinnt es süß mir aus den Fingern.)
Und was hast du aus deinen je gemacht?
Eisenfeste Schaufelhände!
Nichts menschliches wohnt ihnen inne, fremd sind ihre Griffe.
Auf kalte Fliesen hast du mich gelegt, nachdem du mich gebartest,
fernab jeder Herzenswärme, mich mit an langen Stöcken festgebundnen Löffeln fütternd.
Doch Mittlerweile sehe ich die Fäden, siehst du sie etwa nicht?
Manche führen weg von hier,
viele aber zu den Kleidern deiner Mutter,
aus denen du ein Nest gebaut,
wie dir eins ward errichtet,
um besser dort hineinzuwachsen.
Und diese seidendünnen Fäden schnüren heute deinen Mund, führen oftmals deine Glieder. (Ein Puppenspiel.)
Was ist von dir geblieben?
Von dem Kind, das lachend durch den Regen sprang,
hinein in große Pfützen?
Dem Mädchen mit der Leidenschaft in Herz und Hand,
das offen durch das Leben ging,
sich jede Woche neu erfindend?

Die Frage rinnt zum Tropfen, kitzelt über Nasenspitze, Lippen,
fällt am Kinn hinab zu Boden und beginnt dort zu vertrocknen.
(Eine Frage ändert keinen Menschen, vorallem ohne Flügel nicht, und Falter können auch nicht schreien, selbst wenn sie es wollten.)

Mutter