Kentern

Gold rinnt Honig lacht
Der Morgen spreizt die Beine
Den Fisch im Herz
Die Perle in der Hand
So beug ich mich zu dir herab –
Warme Feuchte meiner Lippen
Tropfen meiner Zunge
-Du-
Glitzern meiner Augen
Wenn sanftes Zittern stumm in Wonne
Glück verheißend Rippen sprengt.

O breite deine Hüften aus
Auf Laken wie auf einem Meer
Von leichtem Wellendruck umspült
Entfalte Hüft um Hüfte nun
Auf jenem Seidenriff

Sanftem Druck erlegen
Brechen jene Becken Meerestiefen gleich
Von Wellen zarten Tuches lend umspült
Dem Drucke einer Flut ergeben
Bald in Gischt und Schaum versunken
Der Brandung dann entgegen.

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Kentern

Fels

Vor dir auf Knien
Wanke ich und falle
Hingeneigt dem Duft
Dem frischen Meer
– Auf allen Vieren –
Schaut ein Aug empor
Schaun zwei hernieder.
Salz trifft Stein
Zergeht in Wellen
Dünnt die trockne Luft.
Und ich? Fließ hin
Von Gischt umspült
Ziert Glas das Haar
Wie Holz die Hände.

Fels

Kern

Kleide mich in Wellen
Tropfen bunt mit Salz
Und über deinem Kopf schwebt gold
ein kleiner Weidenast.

Drei Blatt pflück ich
Drei Blatt lass ich zurück.

Steck eines mir davon ins Haar
Und leg ein weitres auf den Bauch.
Das letzte bleibt jedoch verwahrt
Wo’s niemand je zu suchen wagt
Wohl keiner je zu finden glaubt.

(In meiner hohlen Hand, vor Blicken gut geschützt.)

Kern

Vater

Tochter bin ich dir, doch bist mir du kein Vater, sondern Fremder.

(Wie kann man sich dir nähern?)

Bin ständig gar in Angst getränkt, tief ist mir dein starrer Blick von oben kalt im Nacken, selbst, wenn du plötzlich nicht mehr mit am Tische sitzest.

(Wie auf dich zugehen oder mit dir reden?)

Deine Meinung (?) – wie ein Speer den man dir durch Leib und Rippen trieb, die Spitze halb im Herzen – etwas, woran man besser nicht zu rütteln beginnt.

Und wie du mir, so sind oft dir Aug und Ohr ein Fremdes.

Des Speeres Schaft insektengleich als Fühler nutzend, bist du so für vieles Zarte blind und taub.

Und dazu leider auch oft stumm.

Und noch viel leidrer ersetzen deine Hände dann meist einfach deinen Mund.

(Schweigen das zum schweigen zwingt.)

Ich weiß: knurren, beißen, kratzen – anders weiß ein Körper ohne Geist mit genügend Angst und Schmerz im Innern sich ja kaum zu helfen; nur bringt das Wissen darum nichts, keine Heilung, keinen Segen, weder den Blumen, die du zertrampelt, noch den Bäumen die du auf deinem Weg bis hier bis heut gefällt und dann verbranntest.

Sieh! – an dir mit deinem leeren Blick, wird jeder Spiegel stumpf,
bist nicht mehr als eine Hülle, aus Fleisch mit Knochen und nur das.

Vater