Man angelt nicht nach Tigern

Im müden Mittagsblinzeln sah ich dein Schemenbild das Wasser dunkeln. Hinter dir das Licht.

(Ach Bitte – ein Gedanke, leises Flehen – reich mir deine Hand
damit ich sie ergreifen kann, um Witterung zu nehmen.)

Lose Worte stehn im Raum, Speichel füllt den Rachen.
Erspäh ich Köder oder ist’s Attrappe, was meinen Blicken schmeidig glänzt von deiner Zunge tropfend?

Nur wisse jetzt, ich bin kein Fisch
und schnappe nicht nach Würmern.
Nein, ich brauche Fleisch in das ich beißen kann,
ein Herz in das ich meine Zähne
meine Krallen bis zur Gänze treiben kann,
um Teil davon zu werden.

Vergiss nicht was ich bin.

Und wirfst du dennoch nach mir aus, sei dir gewiss –
sobald ich erst erkenne, dass an dem Köder
samt Haken, Schnur und Angel
ein wohl geformter Mensch nun hängt
werd ich nach diesem jagen
blank‘ Vorfreude auf den Lefzen tragend.
Spürst du also doch ein Zittern deiner Leine
bin ich längst auf der Spur
vielleicht bereits zum Sprung bereit (?)
den Ablauf schon im Blick.

Erst fang ich Lippen, Körper, Lachen
dann suche ich dein Herz.
Nicht Haut nicht Haar nicht Träne
lass ich am Ende unverdaut.
Fest schlingt sich Fing um Finger,
Hals wie Brust, um Bauch und Bein,
einzig wohl aus Hunger
nach einer seidnen Wange warm und weich.

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Man angelt nicht nach Tigern