B4

Huahh

… [Leerer Satz mit Anrede] …

Wie ich das Fett schon schmecken kann,
fingerspitzenfein, zum Ablecken bereit.
Also schneid ich Zwiebeln mir aus deinem Garten, getrieben von des Fleisches gutem Duft der mich erwartet, wenn ich erst fertig bin mit dem Zerlegen deiner saftig dicken Igelhüften.

Auhhh

Mein scheues Tier im Birnenrock, oh hör doch nur das Klingenwetzen und die saubren Schnitte!
Willst du wirklich nicht zum Essen bleiben? Mir die Serviette halten? Das Bestecke reichen? Mit dem letzten Atemzug nicht vielleicht noch etwas Konversation betreiben?

Oahhh

Mach mir doch die Augen nicht schon wieder tränen, gib dir etwas Mühe, zeig ein bisschen Anstand, ja? – und nicht deine Muskeln sowie die blanken Zähne, wie ein Biest, dass sich zu fürchten hat.. als hättst mich niemals lieb gehabt.

Uhhh

Mist, einmal nur vergess ich mich und sinke wieder ein in einem besonders schwachen Augenblick.

.

Wie hübsch doch deine Lider funkeln, im Licht der Kerzen,
deren Kinder fröhlich auf den Wänden tanzen.
Ja
Nein (!)
Doch wie nett sie mir im zarten Scheine glänzen,
dessen Kinder immer heitrer auf den Wänden tänzeln!

Wie deine Blicke sich im Schimmer lichte wälzen,
mit meinen fordernd umeinander stelzen,
wir, während die Kerzen in Schatten gebärend
ihr Feuer an die Wände werfen,
schier zusammenschmelzen.

Ja schau!
Wie schön mir deine Lider fliedern
im Kerzenglimmer auf und nieder lidern
immer wieder (!)
Auf und nieder
Gold und Blau
Birnenhaut auf Honigtau

Das Lebwohl am Ende – ohne Worte,
ohne Augen. Blicke tränen Hände,
und ein Schnitt ins Herze sanft
im milden Lichterkerzenglanz.

Vorher noch ′bis bald′ gesagt
doch ′niemals mehr′ gemeint –
kalter Stahl durch Brust und Bein
im schwachen Leuchten Kerzenscheins.

Der Abschied – dann ohne Gruß und Stimme,
wie ein fest (!) geführter Stich in meine weiche Körpermitte.

                                                                                                            

[Laute mit ′      ′ sollten zusammen ausgesprochen werden,
wie ′sch′ oder ′qu′, um den richtigen Seuftzlaut zu erhalten]

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B4

Birnen 3

Augenblaue Fetzen leuchten Kluft und Glimmer.
Die Birnen trägst du schön im Haar,
oh liebstes Frauenzimmer, ja wie mir keine schöner war.
Du hübsches Kuchenmädchen, zartes kleines Ding
dem Honig auf den Lippen hängt, klebt und fließt zähgoldensüß.

Dein Hunger ist bereits gestillt?

Ach mein hübsches Birnenkind, zartes kleines Ding,
so bring zurück die Kirschen die ich dir geschenkt.

Nur Kerne sind noch übrig wie?

Ich habs ja gleich gedacht, du nimmst das Fleisch
mit deinem Mund, der von Zweisammkeit mir spricht,
deinen Augen, deiner Lust, ohne das du’s keimen lässt.
So wird aus dem Kaffeetrinken und gemütliches Beisammensitzen wahrlich nichts, mein Honig lachend Birnenstück mit dem süßen Igelblick.

Birnen 3