Nanu?

Wo bist du hin?

Wo ist mein Herz, das mich im Leben hält,
wo sind die Augen die mir die Welt darlegen,
in Mundgerechte Stücke sägend?

Wo bist du nur?

Ja,
bist ein Vorne und ein Hinten,
bist für Andere da und sprichst,
schläfst und isst.
Du schaust, du riechst, du schmeckst,
du denkst und atmest obendrein.
Doch wo bist du‘.
Von der Seite flach… kaum anzuschauen,
man kann es garnicht fassen.
Liebevoll, weißt du was das heißt?
Du selbst zu sein ohne Ellenbogen oder Messer,
ohne spitze Zunge oder Worte Fremder.
Wieviel bist du‘ und wieviel Ablenkung?
Wann, wie, wo kann ich dich finden?
Ich suche schon so lang, und immer wenn ich denk:
Ich hab dich gleich – dann drehst du dich,
bist Momentelang verschwunden,
um dich als neues Bild zu mir‘ zu wenden.
Da hilft mir warten nichts
und auch nicht um dich rum zu laufen…
wo kämen wir nur hin, wenn alle Menschen Karten wären,
(mit denen manche auch noch spielten.)

Dünn wie Papier, zwei flache Seiten. Vorn und Hinten.
Beides lässt sich gut betrachten.
So fällt den Meisten gar nicht auf, dass da nichts ist,
wenn du dich drehst. –
Ich jedoch war da, als du noch füllig warst,
voll von Gefühlen und so mancher Leidenschaft.
Tränen wegen mir geweint dein Antlitz zierend,
machten dich erhaben und auch schwer.
Zurecht‘ warst du von Leben beseeltes Fleisch zu nennen.
Doch braucht ein Herz ein Herz viel mehr als nur zwei Flächen.
– braucht ein Oben, Unten, Vorn und Hinten
und beide Seiten gleich dazwischen.
Und da du grad ein Kärtchen bist, muss ich dich fragen,
wo‘ denn dein Herz nun ist. Wo ist das Du‘
das Tiefen jenseits dieser Oberflächlichkeiten kennt?
Wo ist das Du‘ nachdem mein‘ Herz sich so sehr sehnt?
Das Du‘ dem ich‘ doch diese Worte sendt. ( ! )

Wo bist‘ du nur.

Kann dich nicht finden.

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Nanu?