O.T.

Ein Gedanke golden schimmernd leuchtend stark.
Augen flimmern scheu des Nachts, während kalte tränenfeuchte Lippen frieren, weil dein Mund geöffnet schweigend sehnsuchtsvoll die Stille wahrt. Doch Entsetzen schnürt dir plötzlich jedes Glied und jeden Muskel ab. Was bleibt ist Zittern, Bangen und verloren unfokusiert ins Leer zu starren.

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O.T.

Stille, still, stillen.

In der Nacht schwarz, glänzend, transparent schwebt sie schweigend federnzart durch die Finsternis, rein ihrer Vollkommenheit, in ständiger, unendlich geduldiger Erwartung des nächsten Geräuschs, das sie zerschneiden wird, um sofort wieder mit dem Schatten in Liebäugelei verschmelzen zu können.
Manchmal vom Tode zur Frau genommen, das Kleid des letzten Atemzuges und der gefallenen Tränen tragend, stumm befangen. Manchmal frei über einem in sonnenaufgangsrot glühendem Teiche in Erinnerungen und Frieden liegend badend. Manchmal kühl und besinnend im Herzen harrend, wenn niemand irgends wartet, oder zärtlich bedeckend, wenn Füße sich schmeichelnd berühren, im von Gefühlen frisch zerwühlten abenddämmernden Gras. Manchmal so laut, dass sie unerträglich wird. Oder sanft wie Morgentau auf saftig grünen Blättern. Manchmal gespannt zwischen zwei Menschen wie Drahtseilbrücken fest.
Hart in ihrer absoluten Klarheit. Weich in der Umgebung von leisen Geräuschen, die ihr Freunde sind. Kaum vorhanden im Chaos des modernen alltäglich Maschinellen. Wo nichts still steht, ist auch sie kaum zu finden, denn sie ist scheu wie ein junges Reh und nachgiebig wie die Luft die uns umgiebt. Und desswegen auch erst bemerkt, wenn alles ruht; gefürchtet, wenn nicht viel in einem ist; erwartet, wenn das Ende naht; herbeigesehnt, wenn Stress die Seele martert oder das Getöße des kleinen Nachttischweckers den Schlagbohrer der neuen Nachbarn am Morgen übertönt.
Stillend ist die Mutter mit dem zu nährenden Säugling am Busen, still ist dieser trinkend und glücklich. Still werden oft Wut und Traurigkeit, Gedanken und Erinnerungen über, an und von Menschen vom Vergessen heimlich leis entwendet. Ebenso still, doch sicher für die Ewigkeit, sind auch die in Fetzten zerschossenen, nach dem Kriege in fein ausgehobenen Gruben aufgehäuften oder feiner noch, die in aufgeschaufelten Einzelgrabplätzen eingesargten – Männer, Frauen und Kinder.

Stille, still, stillen.

Sprichwort

Wo Licht ist, ist auch Schatten. – (umgangssprachlich)
Und ich sage –
Schatten ist Hunger den zu stillen Licht nicht in der Lage ist.

Als ob der Schatten das Licht bräuchte, nur weil das Licht, aufgrund seiner Unzulänglichkeiten vielleicht, so arrogant ist zu glauben es würde den Schatten erzeugen, wohingegen doch der Schatten meistens einfach nur die Freundlichkeit besitzt, das Licht dahin gehen und weilen zu lassen, wo es hingehen und weilen möchte, denn im Gegensatz zum Licht nimmt der Schatten geschätzt die restlichen 98 % des Universums ein; ohne etwas dafür tun zu müssen und wird niemals vergehen, denn er bzw sie, die Dunkelheit, ist ein Grundzustand, ein anderer ist Kälte. Egal wieviel man abzieht, verliert, verbaucht – am Ende bleiben immer diese Zwei: Dunkelheit und Kälte. (Aus Menschenaugensicht)

Was bleibt, wenn alle Sonnen ausgebrannt und jeder Stern in Funken aufgegangen? Was bleibt, wenn alle Räder ausgerollt und alles Leben ausgestorben?  ..

Sprichwort