QUOQU

Auch wenn ich nicht der Typ der zarten Netze bin, die Andere zu spinnen fähig sind, sondern eher jener, der massive Mauern als auch Städte baut – fest und grade – möchte ich den wenigen windigen Einfällen hier Zeit geben zu reifen und auf Verwendung zu warten..

Advertisements
QUOQU

Froschkönigin ruft heut zum Ball

(Im Saale auf und ab)

– Pitsch Patsch –

(Gehüllt in feinste Wellen, fliesend seiden)

››Nun, wie stehts mit Ihnen, werter Tiger,
sind Sie zum Tanz bereit?‹‹

– Plitsch Platsch –

(Zwei Schritte auf ihn zu)

› Oh, Ihr wisst ich bin euch mehr als allen andern hier verbunden,
doch Vorsicht(!) Fräulein Froschprinzessin, nicht, dass davon
etwas auf die Kleider tropft, auf mein prächtig schönes Fell und die guten Schuh. ‹

››Dein glänzend schönes Fell und die guten Schuh?‹‹
(Es war als hätt sie sich verhört)
››Die halten mehr noch aus, als dieses bischen Feuchtnis(!)
Es stammt ja nicht aus Lefzen, glasklar schäumend,
sondern aus dem Herzen, blutrot und noch warm.‹‹

(Ihre Lippen – geschürzt zu Pfeilspitzen, ein Funkeln in den Augen)
(Sein Blick – dem Boden nah, verlegen und recht schüchtern)

› Ach, wärens nur die Schuhe! Dreck und Schmutze, ach.
Neinleider ist es andres gar, als bloße Sorge um das Fell
und Stoffe meiner Tracht.

Ich fürchte Ihrerdeiner Unversehrtheit,
wenn mich der Rausch erstmal erfasst.
Ich fürchte, dass der erste feuchte Tropfen schon
meinem Raubtierherzen jägertrieben lacht.
Den Augen winkt, (roter Schimmer,)
Mund und Zunge zwinkert, (schwere Süße warmer Glanz.)
Der Duft, in seiner ganzen Fülle, in mich dringt
über Nase, Luft und Lunge, direkt bis zum Verstand(!)

..wodurch ich diesen wohl verlöre
und zur Bestie werden würde.

Das ists was mich sorgend macht,
Jawärens nur die Schuhe, ach. ‹

Und wie ein harter, bitter kalter Winterfrost
stob und fuhr dabei so manch ein Wort
in sie hinein, durch sie hindurch –
und auch das Funkeln seiner Augen stach,
während er versunken fast im Rausche sprach,
in Ihre, tief und eindringlich.

Vor Schreck also erstarrt stand gläsern sie desswegen da,
alswie die wechselblütge Fröschin die sie eben war
ohne Krone oder Zepter.
Derart verletzlich, zierlich, zart,
dass der Moment, wohl vor Schame oder Höflichkeit(?) beim Anblick ihrer barst.

Und so ward nimmermehr hernach Bericht, was als nächstes wirklich dann geschehen ist.

(..ob sie vielleicht vor seinem Tigerblick ängstlich gar nach hinten
flicht(?) rückwärts tritt, stolpert, kippt – selbst vielleicht sogar zerbirst, zerbricht?
..oder sie nach vorne wankt und fällt – in warme pfoten weich, woraufhin sein Katzenatem, pferdenüsternheiß,
den steifen Körper Ihrer‘ gleich von Eis wie furcht befreit.
..jaoder ists am Ende jene Raubtierlust, die, neu entfacht von Ihrem Duft, Ihrem lieblichen Geruch, der über seine Sinne in sein Bestienhirnerinnt, Ihm Verstand samt Klarheit nimmt, sodass, vor Hunger völlig Blind, er sie in einem Stücke kurzerhand verschlingt?)
.
Ein Anfang – tausend Enden.

 

 

Und was meint ihr ist wohl passiert?

 

 


Stark Inspiriert durch Dialoge mit: Kommvorzone

Aus denen ich mir in Übereinstimmung etwas (Z10;11-13) geborgt habe.

Vielen Dank =)

Froschkönigin ruft heut zum Ball

Kentern

Gold rinnt Honig lacht
Der Morgen spreizt die Beine
Den Fisch im Herz
Die Perle in der Hand
So beug ich mich zu dir herab –
Warme Feuchte meiner Lippen
Tropfen meiner Zunge
-Du-
Honig meiner Augen
Wenn sanftes Zittern stumm in Wonne
Glück verheißend Lungen sprengt.

O breite deine Hüften aus
Auf Laken wie auf einem Meer
Von leichtem Wellendruck umspült
Entfalte Hüft um Hüfte nun
Auf diesem Seidenmeer
Sanftem Druck erlegen
Brechen Hüften breit wie Meerestiefen
Von Wellen zarten Tuches lend umspült
Dem Drucke einer Flut ergeben
Bald in Gischt und Schaum versunken
Der Brandung dann entgegen.

Kentern

Fels

Vor dir auf Knien
Wanke ich und falle
Hingeneigt dem Duft
Dem frischen Meer
– Auf allen Vieren –
Schaut ein Aug empor
Schaun zwei hernieder.
Salz trifft Stein
Zergeht in Wellen
Dünnt die trockne Luft.
Und ich? Flies hin
Von Gischt umspült
Ziert Glas das Haar
Wie Holz die Hände.

Fels

Kern

Kleide mich in Wellen
Tropfen bunt mit Salz
Und über deinem Kopf schwebt gold
ein kleiner Weidenast.

Drei Blatt pflück ich
Drei Blatt lass ich zurück.

Steck eines mir davon ins Haar
Und leg ein weitres auf den Bauch.
Das letzte bleibt jedoch verwahrt
Wo’s niemand je zu suchen wagt
Wohl keiner je zu finden glaubt.

(In meiner hohlen Hand, vor Blicken gut geschützt.)

Kern

Vater

Tochter bin ich dir, doch bist mir du kein Vater, sondern Fremder.

(Wie kann man sich dir nähern?)

Bin ständig gar in Angst getränkt, tief ist mir dein starrer Blick von oben kalt im Nacken, selbst, wenn du plötzlich nicht mehr mit am Tische sitzest.

(Wie auf dich zugehen oder mit dir reden?)

Deine Meinung (?) – wie ein Speer den man dir durch Leib und Rippen trieb, die Spitze halb im Herzen – etwas, woran man besser nicht zu rütteln beginnt.

Und wie du mir, so sind oft dir Aug und Ohr ein Fremdes.

Des Speeres Schaft insektengleich als Fühler nutzend, bist du so für vieles Zarte blind und taub.

Und dazu leider auch oft stumm.

Und noch viel leidrer ersetzten deine Hände dann meist einfach deinen Mund.

(Schweigen das zum schweigen zwingt.)

Ich weiß: knurren, beißen, kratzen – anders weiß ein Körper ohne Geist mit genügend Angst und Schmerz im Innern sich ja kaum zu helfen; nur bringt das Wissen darum nichts, keine Heilung, keinen Segen, weder den Blumen, die du zertrampelt, noch den Bäumen die du auf deinem Weg bis hier bis heut gefällt und dann verbranntest.

Sieh! – an dir mit deinem leeren Blick, wird jeder Spiegel stumpf,
bist nicht mehr als eine Hülle, aus Fleisch mit Knochen und nur das.

Vater

Man angelt nicht nach Tigern

Im müden Mittagsblinzeln sah ich dein Schemenbild das Wasser dunkeln. Hinter dir das Licht.

(Ach Bitte – ein Gedanke, leises Flehen – reich mir deine Hand
damit ich sie ergreifen kann, um Witterung zu nehmen.)

Lose Worte stehn im Raum, Speichel füllt den Rachen.
Erspäh ich Köder oder ist’s Attrappe, was meinen Blicken schmeidig glänzt von deiner Zunge tropfend?

Nur wisse jetzt, ich bin kein Fisch
ich schnappe nicht nach Würmern.
Nein, ich brauche Fleisch in das ich beißen kann
ein Herz in das ich meine Zähne
meine Krallen bis zur Gänze treiben kann
um Teil davon zu werden.

Vergiss nicht was ich bin.

Und wirfst du dennoch nach mir aus, sei dir gewiss –
sobald ich erst erkenne, dass an dem Köder
samt Haken, Schnur und Angel
ein wohl geformter Mensch nun hängt
werd ich nach diesem jagen
blank‘ Vorfreude auf den Lefzen tragend.
Spürst du also doch ein zittern deiner Leine
bin ich längst auf der Spur
vielleicht bereits zum Sprung bereit (?)
den Ablauf schon im Blick.

Erst Fang ich Lippen, Körper, Lachen
dann suche ich dein Herz.
Nicht Haut nicht Haar nicht Träne
lass ich am Ende unverdaut.
Fest schlingt sich Fing um Finger
Hals wie Brust, um Bauch und Bein,
einzig wohl aus Hunger
nach einer seidnen Wange warm und weich.

Man angelt nicht nach Tigern

Honig

Kirschen hänge ich dir um,
um deinen schönen Hals,
und du leckst dir dafür für mich
auf deine Lippen lachend Honig.
Derart klebrig golden gut,
dass er schon feinste Fäden zieht.
Ja wie der heiße goldne Zuckersud mit seinen süßen Fäden
dir so verführerisch um Mund und Zunge spielt,
dass ich darin zu hängen schon beginne mit dem ersten Blick,
selbst wenn dieser haarsanft nur darüber glitt.

Doch in meinen Wünschen tief versunken, tiefer als im Hunger,
hab ich in deine seiden weichen Honiglippen
gleich mit voller Hand hineingegriffen.
Hab ebenfalls in mir gesucht und ebenfalls gefunden,
um auch von mir ein Stück zu geben, und platzschaffend
einen Teil aus mir für dich herrausgeschnitten.

Herzkirschentorte und Birnenzuckerkuchen,
zusammen nun auf einem Tisch,
auf schönen weißen Tellern,
was beide gar entzückt.

(Ich schau dir in die Augen,
sie blicken Blicke blau zurück.
Die Kirschen klingen Glockenglück
und Kopf an Kopf im Arme
wiegen wir einander warm und nasenzart beküsst.)

Honig